Die unverzügliche Einleitung einer empirischen antiinfektiven Therapie ist bei Patienten mit ungeklärten Lungeninfektionen von entscheidender Bedeutung. Obwohl die Bildgebung in der klinischen Praxis relativ einfach ist, erfordert ihre mangelnde Spezifität oft zusätzliche zeitaufwändige Tests wie Sputumkultur, bronchoalveoläre Lavage-Flüssigkeitskultur oder genetische Sequenzierung, um die zugrunde liegende Ätiologie der Krankheit genau zu identifizieren. Darüber hinaus kann die begrenzte Wirksamkeit der empirischen antiinfektiven Behandlung zum Antibiotikamissbrauch beitragen. Jüngste Fortschritte bei der Interpretation des mikrobiellen Hintergrunds auf ROSE-Objektträgern (Rapid On-Site Evaluation) haben es Klinikern ermöglicht, Proben umgehend durch Bronchoskopie zu entnehmen (z. B. Alveolarspülung, Schleimhautbürsten, Gewebeklemmung), was die Färbung und Interpretation am Krankenbett erleichtert, die wichtige mikrobielle Hintergrundinformationen liefert. Damit wird die Grundlage für die Entwicklung gezielter antiinfektiöser Therapien und individualisierter medikamentöser Therapiepläne geschaffen. Mit einem besseren Verständnis dafür, welche Krankheitserreger in Echtzeit Infektionen verursachen, können Ärzte unnötige Breitbandantibiotika vermeiden, die zur Antibiotikaresistenz beitragen. Die Etablierung eines schnellen und standardisierten M-ROSE-Arbeitsablaufs in den Abteilungen der Beatmungsmedizin oder auf den Intensivstationen wird den Ärzten bei der Formulierung präziser Behandlungsstrategien für Patienten helfen, was erhebliche klinische Auswirkungen hat.